Die Hollanderwindmühle Benz
Die Windmühle gehört zum Typ Erdholländer, weißt aber die Besonderheit einer zusätzlichen Unterkellerung auf. Dieser Keller ist aus normalformatigen Ziegeln gemauert und sowohl von innen als auch von außen verputzt. Der Mühlenrumpf ist als verschalte Fachwerkkonstruktion errichtet und von außen mit Holzschindeln verkleidet. Die drehbare Haube mit rekonstruiertem Flügelkreuz und Windrose ist ebenfalls verschalt, aber mit Dachpappe verkleidet. Über den Mühlenturm wird die Haube immer selbstständig gegen den Wind gerichtet, indem das Windrad solange rotiert, bis es sich parallel zur Windrichtung einstellt und damit quer zur Angriffsfläche des Windes steht. Ein Kegelradgetriebe überträgt die Drehbewegung der Windrose auf einen an der oberen Kante des Mühlenturmes befindlichen Zahnkranz.
Die Mühle ist 16m hoch, die Außenfläche beträgt 240 qm. Ein Flügel ist 12m lang; damit beträgt die Spannweite des Flügelkreuzes 24 m. Die Flügel besaßen ursprünglich Jalousieklappen, die abnehmbar waren und deren Stellung durch ein Gestänge reguliert wurden, welches durch die durchbohrte Flügelwelle hindurchlief. Lange entsprachen die Flügel in ihrer Länge nicht dem Original. Die ursprünglichen Flügel waren länger. 1968 wurden für die Dreharbeit zu dem Film "Effi Briest" Provisorien angebaut. Die Arbeiten waren sehr aufwendig, da zuerst die Reste der alten, kaputten Flügel entfernt werden mußten. Es wurde ein riesigen Eisengerüst aufgestellt. Die Arbeiten dauerten mehere Wochen. Nach Beendigung der Filmaufnahmen durften die Flügel mit bauaufsichtlicher Genehmigung an der Mühle verbleiben. Bei starken Stürmen im November 1973 brachen die beiden oberen Flügel, im Januar 1976 auch die unteren. Die letzten Flügel ließ der Besitzer der Mühle, der Kunstmaler Otto Niemeyer-Holstein (Foto), im Jahre 1978 anbauen.


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